Die Geschichte des Bloggens beginnt mit der Verbreitung des Internets in den 90er Jahren. Auch für Privatpersonen war es nun möglich Inhalte digital zu veröffentlichen. Einige Nutzer begannen, ihre Erlebnisse und Gedanken aus dem Alltag auf einer Website zu publizieren, eine Art öffentlich einsehbares Online-Tagebuch. Diese persönlichen Websites fanden im Laufe des Jahrzehnts zunehmende Verbreitung.
Ein "Kind" der 90er
Ende der 90er Jahre tauchte schließlich zum ersten Mal in der Geschichte des Bloggens der Begriff „Web-Log“ auf, wobei „Log“ von Logbuch abstammt. Das wurde auf „Blog“ verkürzt und die Betreiber einer solchen Website werden als „Blogger“ bezeichnet. Es entstanden auch die ersten Websites und Softwareangebote, die nur auf das Erstellen von Blogs ausgerichtet sind. Seit dem Jahrtausendwechsel gehören Blogs zu den populärsten Seiten im Internet, aktuellen Schätzungen zufolge gibt es zur Zeit 200 Millionen unterschiedliche Blogs. So genannte A-Blogger verdienen damit teilweise ihren Lebensunterhalt und haben über das Internet hinaus eine so große Beachtung und Bedeutung wie traditionelle Medien. Viele Blogger kennen andere Blogger, verlinken sich und verweisen gegenseitig auf Artikel, das daraus entstehende Netzwerk wird Blogosphäre genannt. So könne sich Informationen sehr schnell verbreiten und zum Beispiel politische Aktionen koordiniert werden – während Wahlkämpfen spielt das Meinungsbild in den Blogs eine große Rolle.
Jenseits der Kinderschuhe
In der Geschichte des Bloggens kam es natürlich zu Spezialisierungen. Blogs sind in vielen Fällen nicht mehr tagebuchähnliche Veröffentlichungen einzelner Personen, sondern eher eine chronologische Veröffentlichung von Artikeln mit einer bestimmten Ausrichtung. Einige Blogs publizieren nur bestimmte Medienformen wie zum Beispiel Videos oder Fotos. Andere Entwicklungen gehen dahin, nur kurze Nachrichten zu veröffentlichen. Das wird Mikroblogging genannt, Twitter ist dabei der populärste Vertreter. Wieder andere Blogs habe eine klare inhaltliche Ausrichtung und beschäftigen sich mit der kritischen Berichterstattung über ein bestimmtes Thema („Watchblogs“) oder publizieren im Auftrag einer Firma oder einer Marketing-Kampagne („Corporate Blogging“).

